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Schlaue Rinder zur Lösung des “Klima-Killer-Konflikts” (MooLoo)

Projekt

Ernährung und Verbraucherschutz

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Ernährung und Verbraucherschutz


Förderkennzeichen: FLI-ITT-08-Ce-0062
Laufzeit: 01.10.2017 - 30.09.2020
Forschungszweck: Angewandte Forschung

Für Milchkühe gelten Boxenlaufställe in Kombination mit Laufhöfen oder Weidegang als optimale Haltungsverfahren hinsichtlich Wirtschaftlichkeit und Tierwohl. Allerdings resultiert das größere Platzangebot in diesen Ställen in größeren Emissionsoberflächen und damit in höheren Emissionen von Ammoniak. Rinder verteilen Urin und Kot über den gesamten Stallboden. Hieraus ergeben sich optimale Bedingungen für die Ammoniakbildung, da Ammoniak aus dem Harnstoff des Urins durch das Enzym Urease im Kot der Tiere synthetisiert wird. Eine Reduktion der Ammoniakemission ließe sich erreichen, wenn Kot und Harn direkt beim Absetzen getrennt aufgefangen werden könnten. Dies wäre möglich, wenn die Tiere Kot und Harn nur an bestimmten Orten absetzen. Allerdings nutzen Rinder natürlicherweise keine Kot- oder Harnplätze, so dass dieses Verhalten trainiert werden müsste. In unserem ‘proof of concept’ wollen wir in einem äußerst innovativen Ansatz testen, ob sich die kognitiven Fähigkeiten von Rindern nutzen lassen, den bisher nicht auflösbaren Konflikt zwischen den Anforderungen nach hohem Tierwohl und der Vermeidung umweltschädlicher Ammoniakemission aufzulösen. Schrittweise soll daher getestet werden, ob und wie Rinder trainiert werden können, einen Kot- und Harnplatz zu nutzen. Sollte unser Ansatz erfolgreich sein, ließe sich mit dem Training von Rindern zur Nutzung eines Kot- und Harnplatzes nicht nur der Konflikt zwischen Tierwohl und Ammoniakemission lösen. Das Tierwohl könnte darüber hinaus durch die „kognitive Umweltanreicherung“, die sich für die Tiere aus der Lösung der Lernaufgaben ergibt, sowie durch einen höheren Gesundheitsstatus aufgrund verbesserter Hygienebedingungen gesteigert werden. Weiterhin dürfte ein derartiges intelligentes System, das die kognitiven Fähigkeiten der Tiere zur Lösung eines „Klima-Killer-Konflikts“ nutzt, auch die gesellschaftliche Akzeptanz für die Haltung von Milchkühen verbessern.

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