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Meinungsführerschaft und Risikowahrnehmung im Bereich des gesundheitlichen Verbraucherschutzes

Projekt

Ernährung und Verbraucherschutz

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Ernährung und Verbraucherschutz


Förderkennzeichen: BfR-RIKO-08-180701
Laufzeit: 01.07.2018 - 28.02.2019
Forschungszweck: Bestandsaufnahme & Abschätzung

Um Risikokommunikationsmaßnahmen im Bereich der Lebensmittelsicherheit wirksam gestalten zu können, ist es wichtig zu wissen, wie einzelne Risiken in der Bevölkerung eingeschätzt werden. Die Risikowahrnehmung hängt dabei von verschiedenen Faktoren ab: den wahrgenommenen Eigenschaften des Risikos, der Präsentation der Informationen über das Risiko, dem Vertrauen in die Informationsquelle und den individuellen Eigenschaften einzelner Zielgruppen. In einem systematischen Literaturreview zur Risiko- und Nutzenkommunikation über Lebensmittel identifizieren Frewer et al. (2016) individuelle Unterschiede bei der Risikowahrnehmung sowie Vertrauen in staatliche Institutionen als Themen, bei denen noch ein großer Forschungsbedarf besteht. Eine Zielgruppe, die dabei für die Risikokommunikation von besonderem Interesse sein kann, sind die sogenannten Meinungsführer als nicht professionell kommunizierende Personen, denen ein Einfluss auf Wissen, Meinungen, Einstellungen und Verhalten anderer zugeschrieben wird. Sie genießen das Vertrauen ihrer Freunde und Bekannten und können als Multiplikatoren andere über potentielle Risiken informieren sowie durch sozialen Einfluss deren Risikowahrnehmung verstärken oder abschwächen (Social Amplification of Risk). Meinungsführerschaft ist in der bisherigen Forschung als sehr diverses Konstrukt aufgetreten, das in verschiedenen Arten erforscht wurde (z.B. allgemeine oder themenspezifische Meinungsführerschaft, selbst- und fremdeingeschätzte Meinungsführerschaft). Dabei hat man bereits Zusammenhänge zwischen Meinungsführerschaft und Innovationsbereitschaft, Informationssuche, Medien- und Internetnutzung sowie themenspezifischem Wissen und Involvement gefunden. Allerdings wurde Meinungsführerschaft bisher noch nicht im Zusammenhang mit Risikowahrnehmung untersucht. Es ist also nicht klar, ob Meinungsführer Risiken generell eher über- oder unterschätzen, ob sie in ihrer Risikowahrnehmung stärker mit Experten übereinstimmen als die allgemeine Bevölkerung und wie sie sich über Risiken informieren. Ziel des Projekts ist es, mit Hilfe einer telefonischen Befragung einer repräsentativen Stichprobe der deutschen Bevölkerung zu ermitteln, wie Meinungsführerschaft mit der Risikowahrnehmung zu einzelnen Lebensmittelrisiken zusammenhängt. Dabei wird zwischen a) allgemeiner und b) themenspezifischer Meinungsführerschaft bei Gesundheitsthemen im Lebensmittelbereich unterschieden. Weiterhin soll untersucht werden, inwieweit es Zusammenhänge zwischen Meinungsführerschaft und anderen wichtigen Einflussfaktoren auf die Risikowahrnehmung (Risikobereitschaft und Vertrauen in Institutionen) gibt. Ein spezieller Fokus liegt dabei auch auf der Arbeit des BfR. Es wird untersucht, wie bekannt das BfR bei Meinungsführern ist, ob sie dem BfR vertrauen und welche Informationskanäle sie nutzen bzw. wie man sie künftig erreichen kann.

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