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Untersuchungen zu Interaktionen der zoonotischen Erregerwelt bei Mensch und Tier (SHIP-Next Modul ONE HEALTH)

Projekt


Förderkennzeichen: 28N203202
Laufzeit: 01.10.2020 - 30.09.2025
Fördersumme: 436.905 Euro
Forschungszweck: Experimentelle Forschung
Stichworte: Gesundheitlicher Verbraucherschutz, Prävention, Diagnostik, Tierart übergreifend, Zoonosen

Infektionsketten Wild-/Heim-/Haustier und Nutztier sind mit einer wesentlichen Veränderung der Pathogenität der infizierten Population beschrieben. Es ist jedoch davon auszugehen, dass auch längere Infektionsketten "Mensch-Haustier-Nutztier" und vice versa eine bedeutende Rolle bei Infektionsgeschehen spielen. Ungeklärt ist bis dato die Frage, inwieweit heim- und haustierhaltende Personen Infektionen grundsätzlich auf die Nutztierpopulationen übertragen können, inwieweit diese Erregerwelt vom Haustier stammt und ob sie dorthin zurückübertragen werden kann. Unterschiedliche Risikoparameter, wie Herkunft des Einzeltieres, Haltung, Fütterung, Interaktion mit der Umwelt usw., machen differenzierte Betrachtungen notwendig, um gezielte Empfehlungen aussprechen oder rechtliche Maßnahmen zum Schutz der Tierhalter ergreifen zu können. Voraussetzung für die Entwicklung geeigneter Maßnahmen ist die Kenntnis, welche zoonotischen Erreger bei den jeweiligen Tierarten zu erwarten sind. Als Grundlage ist eine mehrjährige Kohortenstudie durchzuführen. Parallel zu diesen Erkenntnissen, sind Bewertungen des Risikos für den haltenden Personenkreis (Young, Old, Pregnant, Immun-Supressed = YOPIS) und die gehaltene Tierart zu erheben, um geeignete Haltungs- und Hygieneempfehlungen abzuleiten. Die Zahl der potentiellen Zoonosenerreger ist aufgrund der Vielfalt an gehaltenen Tierarten im menschlichen Umfeld enorm. Daher müssen zu Anfang der Studie geeignete Indikatororganismen aus dem parasitären, viralen und bakteriellen Bereich ausgewählt werden. Im bakteriellen Bereich muss dabei insbesondere auch Wert auf die Überprüfung der Umgebungs- und Fütterungshygiene gelegt werden, bspw. die hygienischen Anforderungen an das Barfen. Von besonderer Bedeutung ist, aufgrund der aktuellen Situation, die Einbeziehung von Untersuchungen zu behüllten einsträngigen RNA Viren (Coronaviridae) bzw. hierfür geeigneter Indikatorviren. Die aufgeworfenen Fragestellungen sind aus tiermedizinischer Perspektive zu bearbeiten und fallen unter das Prinzip des One-Health-Ansatzes. Das laufende SHIP-Projekt der humanmedizinischen Seite wird durch dieses Projekt im tiermedizinischen Bereich ergänzt.

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